SPLEEN. Charles Baudelaire: Gedichte in Prosa

Figurentheater Wilde & Vogel
in Koproduktion mit dem FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart und dem Lindenfels Westflügel Leipzig

Spiel & Ausstattung: Michael Vogel ::: Live-Musik: Charlotte Wilde
Stimmen: Jördis Barth, Julka Finger, Luana Goller, Lotta Hillert, Merlin Lando Dweezil Ben Müller, Luis Neuschäfer, Vincent Sudau ::: Aufnahmeleitung: Patrick Kukwa
Regie: Hendrik Mannes


Basis der Inszenierung ist Charles Baudelaires Spätwerk, seine Gedichte in Prosa "Der Spleen von Paris". Dichte Miniaturen, oft zu wenigen Zeilen komprimierte Szenen oder scheinbar flüchtig hingeworfene Gedankengänge beschwören die Epoche des „Untergangs der romantischen Sonne“. In ihnen widerspiegeln sich Splitter gescheiterter Utopien angesichts politischer Restauration im vorvorigen Jahrhundert: ein erstaunlich zeitgemäßes Panoptikum. Die manchmal düster-bestialische, manchmal heiter-melancholische Atmosphäre des Baudelaireschen Kosmos spielt mit dem Menschen an der Schwelle zur Moderne: zwischen apathischer Lebensgier und erotisierter Todessehnsucht, zwischen Sehnsucht nach Unendlichkeit und brutaler Belanglosigkeit, im Tragischen meist lapidar, im Komischen immer subtil. Die offene Spielweise dieser Inszenierung - die der Spieler mit Figuren und Musikinstrumenten auf der Bühne, sowie mit dem Textmaterial, eingesprochen von Kindern und Jugendlichen - zielt auf eine kaleidoskopische Betrachtung des Zuschauers. Eine eigene Magie entsteht in der Imagination zwischen Akteuren, Material und Publikum, eine Folge von Bildern, die den Blick Baudelaires kontrapunktiert und sucht, ihn für eine Wahrnehmung von heute zu öffnen.

Preis für herausragende künstlerische Leistung beim Stuttgarter Theaterpreis 2007
Grand Prix und Young Critics Award beim International Festival of Puppetry Art, Bielsko-Bia!a (PL) 2008


»Auch ›Spleen‹ war ein Aufbruch! Nach einigen Jahren mit sporadischen Veranstaltungen im noch völlig brachliegenden Westflügel begann 2006 ein reguläres (Sommer)Programm, in dessen Rahmen die Premiere von ›Spleen‹ stattfand. Der Bau von Figuren war Ausgangspunkt, insbesondere der Bau von Fröschen verschiedener Art und Größe. Hendrik Mannes hatten wir als Regisseur angefragt. Nach Besuchen in Leipzig und Besichtigung der Frösche schlug er ein kleineres Werk Baudelaires als Text-Basis vor: ›Der Spleen von Paris‹. Der Westflügel als Probenort und Lindenau, durch das wir, dem Baudelaire'schen Spleen nicht ganz unähnlich, flanierten, waren ungemein wichtig für diese Arbeit.«
Charlotte Wilde

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Sa, 18. Mai 2019 | 21.00 Uhr


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