Der Hobbit | Konzert

Eine musikalische Reise von und mit Charlotte Wilde

Konzert mit Publikum und Live-Stream


Far over the Misty Mountains cold / To dungeons deep and caverns old
We must away, ere break of day / To seek our pale enchanted gold

Während sie so sangen, verspürte der Hobbit in sich die Liebe zu den wunderbaren Schätzen, die mit soviel Mühe und Geschick geschaffen worden waren, und wie durch einen Zauber entstand in ihm ein wütender, gieriger Wunsch, der auch die Herzen der Zwerge erfüllte. Gleichzeitig erwachte etwas von der Tukseite in ihm. Er sehnte sich danach, hinauszuziehen und die großen Gebirge zu sehen und die Kiefern und Wasserfälle rauschen zu hören, die Höhlen auszukundschaften und ein Schwert zu tragen statt eines Spazierstocks. (J.R.R. Tolkien)

Mit dem Gesang der Zwerge beginnt das unverhoffte Abenteuer Bilbo Beutlins und mehr ist nicht zu sagen über die Macht der Musik. Die Möglichkeiten von Illusion, von Phantasie und Imagination spielen im Figurentheater immer eine Rolle, und es gibt kaum eine Inszenierung, bei der dies offenbarer wird als im Hobbit (Florian Feisel, Wilde & Vogel, Christiane Zanger). Denn scheint es nicht aussichtslos, eine überbordende Abenteuergeschichte mit Zwergen, Trollen, Elben, Orks, einem Drachen und Zauberer mit nur zwei Darstellern in einem kleinen Theater ohne Techniker aufzuführen? Nein, das ist es nicht, denn nirgends werden Orks gruseliger, Zauberer mächtiger und Drachen gefährlicher als in unserer eigenen Phantasie. In diesem Fall mächtig angekurbelt durch eine Musik, die alle Wesen, Landschaften und Emotionen dieses großen kleinen Werks erklingen lässt.
Die Musik entsteht aus analogen und digitalen Klängen, die Reise ist virtuell. Aber, wie ein anderer großer Zauberer seinem Zauberschüler antwortet: "Natürlich findet es in deinem Kopf statt, Harry, aber warum in aller Welt sollte das heißen, dass es nicht real ist?"

 

(Theater-) Musik!

In Zeiten der Abstandhaltung wird die im Innern berührende Macht der Musik ganz neu beschworen und erfahren. Was vermögen Klänge nicht alles zusammenzufügen, hervorzurufen, was es eigentlich gar nicht gibt: Natur, Idylle, überbordendes Vergnügen und Ekstase, menschliche Nähe und Gemeinschaft. Doch wie die Pflegenden, Kassierenden, die Müllwerker und Helfenden im Alltag werden die Musizierenden im Theater häufig nicht ihrem Wert entsprechend gewürdigt. Nicht selten steht ihre Kunst unter dem Diktat von Wort und Bild. Jetzt proben die Musizierenden den Aufstand, das Wort muss draußen bleiben, so es nicht Musik werden will. Das Bild spielt keine Rolle, es sei denn jenes das die musikalisch an ihren Gerätschaften vor sich hin Werkelnden selbst abgeben.

 

So 28. Jun 2020 | 18.00 Uhr