Die Blumen des Bösen

[English below]

[Termine und Tickets]

20 aus 100 Gedichten von Charles Baudelaire

Christl, Mannes, Wilde & Vogel, in Koproduktion mit dem Westflügel Leipzig und FITZ! Stuttgart

Figurenbau, Spiel, Bühne: Michael Vogel ::: Live-Musik: Charlotte Wilde ::: Stimmen (Aufnahmen): Lilith Stangenberg, Ilka Schönbein, Barbara Nüsse, Bianca Casady, Nadia Genet, Agnès Limbos, Neysa Barnett, Gabriella Crispino, Johanna Hähner, Orakle Ngoy und Rickie Lee Jones ::: Dramaturgie, Co-Regie: Antonia Christl ::: Regie: Hendrik Mannes

Übertragung aus dem Französischen: Simon Werle. Aufführungsrechte mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Theaterverlags.

Die Vorstellung im Rahmen von Figure it out findet in Englischer Sprache statt.


Schon allein dieser Titel! Ein Panorama am Abgrund.
Während in Paris ganze Stadtviertel vernichtet werden, um für die breiten Boulevards Raum zu schaffen, während gläserne Passagen die mittelalterlichen Gassen ersetzen und Gaslaternen die Grenze zwischen Tag und Nacht verwischen, beginnt Baudelaire eine Revolution der Literatur. Die Verschmelzung des scheinbar Unvereinbaren – Themen des Abgründigen, Extremen und des Ennui gefasst und sprachlich verdichtet in der klassischen Form der romantischen Liebeslyrik – eben das war der erste Schritt auf dem Weg in die Moderne. Und kaum war mit Les Fleurs du Mal das erste Werk Baudelaires 1857 erschienen, folgte ein Strafprozess mit der Anklage der Amoralität und Blasphemie. Einige Gedichte wurden zensiert, alle gedruckten Exemplare beschlagnahmt.

Baudelaires radikale Subjektivität und unablässige Suche nach dem Augenblick sowie die Vermutung des Schönen gerade da, wo keiner sie ahnt, öffnen den Raum für eine Umsetzung ins Figurenspiel. Die Texte sind durchzogen vom Phänomen der Synästhesie, einer Verschränkung der Sinneswahrnehmungen. Die Inszenierung folgt dieser Spur im Zusammenspiel von Figur, Stimme, Musik und lässt die irisierende Schönheit des Abgründigen aufscheinen. Jede Begegnung mit den Blumen des Bösen ähnelt dem Betreten eines Labyrinths. Das Bekannte tritt neu und irritierend in Erscheinung. Es ist zuweilen „erschreckend und grandios für jeden“ (Marcel Proust).

Für diese Blumen des Bösen sind eine Reihe individueller Aufnahmen von verschiedenen Sprecherinnen in französischer, deutscher und englischer Sprache entstanden. Die Produktion knüpft an die erste gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Werk Baudelaires – SPLEEN (2006) – durch das Figurentheater Wilde & Vogel mit dem Regisseur Hendrik Mannes an.

Eine Produktion von Christl, Mannes, Wilde & Vogel, in Koproduktion mit dem Westflügel Leipzig und FITZ! Stuttgart
Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Stadt Leipzig, sowie die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen, Maßnahme mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


The Flowers Of Evil

P1280275

20 out of 100 poems by Charles Baudelaire

Director: Hendrik Mannes | Dramaturgy, Co-direction: Antonia Christl | Puppets, performance, stage: Michael Vogel | Live music: Charlotte Wilde | Voices (recordings): Lilith Stangenberg, Ilka Schönbein, Barbara Nüsse, Bianca Casady, Nadia Genet, Agnès Limbos, Neysa Barnett, Gabriella Crispino, Johanna Hähner, Orakle Ngoy and Rickie Lee Jones

In English


Baudelaire's radical subjectivity and incessant search for the moment, as well as the assumption of beauty precisely where no one suspects it, allow a transfer into puppetry. The texts are permeated by the phenomenon of synaesthesia, an interweaving of sensory perceptions. The production follows this line in the collaboration of figure, voice and music and allows the iridescent beauty of the abysmal to shine through. Every encounter with The Flowers of Evil resembles entering a labyrinth. The familiar makes a new and irritating appearance.

For these Flowers of Evil, a number of individual recordings were made by different speakers in French, German and English. The production continues the first joint exploration of Baudelaire's work - SPLEEN (2006) - by Wilde & Vogel with director Hendrik Mannes.

.

Sa 29. Jan 2022 | 20.30 Uhr