Zaches

nach „Klein Zaches, genannt Zinnober“ von E.T.A. Hoffmann

Lehmann und Wenzel [Leipzig]


Was ist so attraktiv an abstoßendem Verhalten? Wie kann Jemand, der nur Zwietracht sät, zum Liebling des Volkes werden? E.T.A. Hoffmann hat mit seinem Kunstmärchen all diese Fragen bearbeitet und ihn hoffmanntypisch durch die Zugabe von phantastischen Wesen und romantisch verblendeten Kunstschaffenden zu einer absurd überdrehten Farce auf die moderne Welt gemacht.

Das Kunstmärchen spielt alle denkbaren Facetten der Manipulation durch, es ist wie gemacht für das Figurentheater. So nahmen sich Lehmann und Wenzel 2015 dieses Stoffes an, der seither jährlich aktueller zu werden scheint. Wir sehen auf der ganzen Welt Staatsmänner, die wie aus dem Kosmos Hoffmanns zu uns gestiegen scheinen. Sie gebärden sich frivol und herablassend und werden dafür von Teilen der Bevölkerung als Pioniere, Freigeister und wahre Männer gefeiert.

Zaches ist ein missgestalteter Wechselbalg, dem eine Fee aus Mitleid die Fähigkeit verleiht, alle positiven Reaktionen, die Menschen in seiner Umgebung entgegengebracht wird, auf sich umzulenken. Zaches selbst äußert sich nur grunzend und sabbernd, wird von seiner Umgebung aber soweit gefeiert, dass er schließlich Minister wird. Machen sie sich gefasst auf einen Theaterabend voller Ekel, schriller Töne, schlechtem Geschmack und Feenstaub.

In Koproduktion mit dem Westflügel Leipzig.


  • Spiel, Musik, Ausstattung Samira Wenzel, Stefan Wenzel
  • Regie Michael Vogel